ich weiß gar nicht, wie ich den heutigen eintrag beginnen soll, denn auch regentage kommen vor und dürfen mal erwähnt werden. die letzten tage waren solche tage – nicht nur wettertechnisch. dicke regentropfen fielen mir ins gemüt. ich hatte ängste, wut und tausend fragen in mir. Selbst gott – mein eigentlicher adressat für solche dinge – konnt ich nicht mehr ins gesicht schauen. ich wollte ihn gern fragen, mich ausweinen bis es wieder gut ist und sehen, dass er da ist, mir antwortet und alles gut macht. aber ich war so sauer, enttäuscht und eingeschüchtert von den tiefen löchern um mich herum.
der prüfungsstress – der sogar nur der kleinste hügel zwischen den anderen bergen war. die angst vor medizinischen ergebnissen – andere haben auch tödliche krankheiten, warum sollte ich fein aus´m schneider sein mit meinen unerklärlichen kopfschmerzen? die wut in mir, dass ein freund, der es absolut nicht verdient hat, todkrank zu sein, schon so lange kämpfen muss und ich einfach nicht fassen kann, das gott das zu lässt! das immer wieder kehrende vergleichen – alle mädels um mich herum heiraten und verlieben sich und ich hasse es in so einem alter zu sein, wo man sich so unter druck bringen lässt. die drückenden geldsorgen, die mir immer wieder schweißperlen verpassen, wie eine kugel, die mir durch die schläfen gejagt werden soll. all das waren punkte, die drückten - nicht wie ein zu kleiner schuh, sondern die so drückten, dass ich diese punkte nur noch spürte und vieles andere nicht erblicken konnte.
solche tage habe ich nicht nur, ich weiß! aber ich sehne mich immer in solchen zeiten an das ende dieser phase, weil ich weiß – es gibt sie – ein ende des tiefs und ein anfang im hoch oder zumindestens ein besserwerden! darum will ich dies euch eigentlich schreiben. ich will euch daran teil haben lassen, wie nicht ich selbst mir aus dieser patsche helfe, sondern gott derjenige ist, der sich die mühe macht, obwohl ich sauer auf ihn bin und vor unserer gemeinsamen zeit eher wegrenne.
am samstag nahm ich an einer seelsorgerlichen arbeit teil, die mich sehr herausforderte, weil ich ein kleinen teil beitragen durfte, um menschen in krassen lebenskrisen zu helfen und zu begleiten. ich will das nicht ausschmücken, da ich schweigepflicht habe. aber mir ist da ein gedanke gekommen – nein, mehrere – die mich aus mein loch herraussehen lassen haben und einbewusstsein geschenkt hat, dass gott an mir arbeitet und das es gut ist, es jetzt durchzumachen, weil später meine familie und die menschen um mich herum vielleicht es ausbaden müssen. und dazu ist mir stunden später, aber immer noch in gedanken versunken darüber, ein satz gekommen, der ein aha-effekt in mir auslöste. (nicht gleich falsch verstehen!) wenn ein mensch leidet, lässt er gott eher an sich näher heran! (nicht verdrehen, d.h. nicht gott lässt sie leiden, um an die menschen herauszukommen!) ich war so froh darüber, dass ich in dem moment gott wieder an mich heran lassen konnte!
dann am nächsten tag, als ich im gottesdienst war und manche lieder nicht richtig von herzen singen konnte, sah ich mich in gedanken vor einem riesigen loch stehen, so tief und gefährlich, dass wasserfälle darunter stürtzten und in diesem moment kam der refrain von der band „hosanna, god in the highest“. also rief ich in dieses loch genau diese worte hinein und ich wusste gott ist wirklich stärker als das loch und ich kann ihm vertrauen!
heute im schulgottesdienst (ich hab hier mehrere davon ...hihi!) war die zentrale frage in der predigt: „ist das gerecht?“ da ich mich wirklich sehr verglichen habe in letzter zeit und mich (und andere) ungerecht behandelt fühlte, aber das tobi faix gar nicht wissen konnte, war ich verblüfft und hörte um so geauer zu. er stellte die frage, ob wir wirklich immer oder so oft, wie wir denken, auf der ungerechten seite stehen.
da erinnerte ich mich an das wunder, welches ich paar stunden zuvor erlebt hatte. ein einschreiben für mich lag seid donnerstag bei der post, als ich es abholen wollte, hoffte ich so sehr, dass es keine rechnung wäre, da mein konto keine zweistelligen zahlen zeigte. aber es war ein handgeschriebener brief ohne absender, worin ich überraschend ein ikea-gutschein für 150euro entdecken durfte. (an dieser stelle mag ich danke sagen, weil ich weiß, dass dies auf mein bett-eintrag zurückzuführen ist und gott dich gebraucht hat nicht nur für diese gabe, sondern auch das erleben – ich lebe nicht total im ungerechten dieser welt, sondern gott will mir sagen, dass er für mich sorgt! dankeschön!)
zurück zur heutigen predigt, ich habe verstanden, dass nicht ich angst vor der ungerechtigkeit haben muss (ich sie aber auch nicht ausblende in dieser welt, sondern sehe – die wirkliche ungerechtigkeit!), sondern mich mit gott versöhne (mein denken überdenke und es richtig stelle) und ihm nicht gegenüber undankbar zu sein.
so hat gott wieder einmal zu mir gesprochen und an mir gehandelt! ihr könnt ihm auch vertrauen – auch wenn es manchmal echt herausfordert!
(achja, meine blutwerte habe ich auch heute bekommen und die sind okay!)